Die Welt des Waldläufers

Wir befinden uns im 13. Jahrhundert. Genauer gesagt in den 30er Jahren des 13. Jahrhunderts. Es ist die Zeit des Mittelalters. Eine Zeit voller Ungewissheit, Veränderung und Geheimnisse. Es ist die Zeit des Waldläufers, der sich auf die abenteuerliche Wanderung durch Deutschland macht.

Hier will ich nun den Lesern der Waldläufer-Reihe ein Mehr an Wissen geben über die Zeit, die Orte und auch die Personen, die diese Bücher ausmachen. Stück für Stück entsteht hier eine Waldläufer-Wiki.

Alte Weise / Der Bund

Der Bund ist eine geheime Verbindung von Menschen und Zwergen, die sich dem alten Glauben an die germanischen und nordischen Götter verschrieben hat. Die Anhänger der sogenannten „alten Weise“ leben im Verborgenen und treten nach Außen als unscheinbare Menschen auf, denn sie müssen befürchten, als Ketzer oder Teufelsanbeter verfolgt zu werden. Lediglich die Zwerge, deren Zeit allerdings abläuft und die zurückgezogen leben, bekennen sich offen zum alten Glauben.
Die Anhänger erkennen sich anhand unterschiedlicher und unauffälliger Zeichen. Mitglieder des Bundes helfen sich untereinander. Jedoch erkennen sich die Anhänger erst, wenn die unauffälligen Zeichen sichtbar werden. Armin gehört, ohne es zu wissen, zum Bund. Erst als er in Bouchstadhude einem Kahnfahrer, der ebenfalls zum Bund gehört, den Drachenstein zeigt, wird ihm das erste mal wirklich bewusst, dass es diesen Bund gibt.
Wer Anhänger ist und wie viele es wirklich gibt, weiß nur der Göttervater Odin. Aber man erkennt sie, wenn sie sich zeigen. Manchmal wird durch den Bund das alte Wissen untereinander weitergegeben. Doch die Anzahl der Anhänger wird geringer. Und so geht immer mehr Wissen über Heilkräfte und Zauber verloren.
Anhänger der alten Weise verpflichten sich, einander zu helfen, wenn andere Anhänger um Hilfe bitten oder in Not sind.

Armin

Armin ist der Waldläufer. Bevor er aber dazu wird, muss er viele Proben bestehen.

Er ist ein Abkomme der Vineter und als solcher ein Erbe des Hortes. Der Drachenstein weist ihn als Zugehöriger des Bundes aus.

Als Waisenkind wurde er als Baby von einem Mönch in der Nordmark unweit des Skythenmeeres aufgelesen. Sein Heimatdorf wurde niedergebrannt, seine Eltern sind verschollen und er wuchs als Knecht in Karlshöfen auf. Doch das harte Leben auf dem Hof hat ihn gestählt.

Je mehr Prüfungen er besteht, desto reifer wird er. Auch wenn er es kaum eingesteht, findet er Gefallen am Waldläufer-Dasein. Seine Neugierde bringt ihn voran. Er hat ein Gespür für die Tiere und Pflanzen und lernt auch sehr schnell die "alte Weise" zu leben.

Als sehr gut ausgebildeter Waffenschmied gelingt es ihm immer wieder eine Arbeit zu finden. Aber er lebt dennoch lieber in der Natur, unabhängig von jeglicher Herrschaft und einem Abenteuer nicht abgeneigt. Gelegentlich zeigt er wenig Respekt gegenüber der Obrigkeit.

Sein Herz hat er allerdings an das weiße Mädchen verloren.

Bei Rätseln kann er auch schon mal unwirsch werden, denn er glaubt, dass man ihn nicht in alle Geheimnisse einweihen möchte. Mühsam kann er sich Stück für Stück mehr Wissen über den Bund aneignen.

Barbarossa

Barbarossa war als Friedrich I. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen. Er war ein mächtiger Herrscher und starb 1190.
Tief im Kyffhäuser schläft er im Berg an einem Tisch sitzend und wird erlöst, wenn sein Bart dreimal um den Tisch gewachsen ist.
Der Zwerg Alberich wacht über ihn und berichtet ihm, wenn ein Adler die Krähen über dem Kyffhäuser vertrieben hat als Zeichen, dass das Reich in Gefahr ist.
In der Königspfalz Werla beendete er die Auseinandersetzung mit Heinrich dem Löwen. Einer seiner Anhänger hat ein gesiegeltes Schreiben bei sich. Es ist das Siegel Vinetas. Barbarossa, der wegen seines roten Bartes so genannt wurde, kennt das Siegel und weiß, wo Vineta einst stand.

Bergwald

Der Bergwald ist der Harz. Es ist ein geheimnisvolles und bewaldetes Mittelgebirge, das seit jeher als geheimnisvoll und gefährlich gilt. Dazu trägt auch bei, dass häufig Nebel auftritt; der Blocksberg ist an über 300 Tagen im Jahr mit Nebel verhangen. Es kommt schnell zu Wetterumschwüngen, von dem auch Armin und Ingrun überrascht werden und in einer Wetterschutzhöhle Zuflucht finden.
Nebel- und Schneegeister tauchen unverhofft auf und verführen unkundige Wanderer immer wieder, so dass diese in eine Schlucht stürzen oder sich in der Schneelandschaft der hohen Berge verirren und erfrieren. Deswegen wird auch Armin gewarnt, im Nebel nicht vom Weg abzukommen, als er sich auf Weg zur Hartesburg macht.
 leben auch andere unheimliche Wesen im Bergwald. Insbesondere in der Walpurgisnacht sind es die Hexen, die im Bergwald und vor allem auf dem Blocksberg ihr Unwesen treiben. In dieser Nacht wagt sich niemand aus dem Haus.
Der Bergbau ist ein mehr oder weniger ertragreiches Geschäft im Bergwald. Allerdings kommt der Abbau von Erz und Silber immer wieder zum Erliegen, da der Bergmönch durch die dunklen Berghöhlen streift, immer wieder Stollen zum Einsturz bringt oder diese mit Wassereinbrüchen flutet. Ein solches Grubenunglück führt so auch immer wieder dazu, dass alle mit dem Bergbau verbundenen Berufe wie z.B. das Schmiedehandwerk ebenfalls zum Erliegen kommen, was auch Armin schmerzhaft erfährt.
Durch sein unheimliches Wesen ist der Bergwald im Innern auch unbewohnt. Lediglich vereinzelte
Zwerge und Menschen, die die Abgeschiedenheit suchen, hausen in den wilden Bergwäldern und Schluchten.

Der Blocksberg
Die höchste Erhebung im Bergwald, dem heutigen Harz, ist der Blocksberg, oder wie er heute heißt, der Brocken. Er ist über 1100 Meter hoch und ein unheimlicher Berg. Auf seinem Gipfel herrscht ein raues Klima und an über 300 Tagen im Jahr ist der Berggipfel von Nebel umgeben.
Von den schnellen Wetterumschwüngen werden auch Ingrun und Armin überrascht und müssen beim Abstieg
in einer Wetterschutzhöhle Zuflucht suchen.
Zur Walpurgisnacht treffen sich die Hexen auf dem Blocksberg um ihr Wissen auszutauschen und verschiedenste Zauber auszuprobieren. In dieser Nacht ist es nicht ratsam, sich im Bergwald aufzuhalten. Denn wenn die Feuer auf dem Gipfel entzündet werden, fliegen die Hexen über den Blockberg und durch den Bergwald.
Die Himmelsscheibe von Nebra verweist auf den Blocksberg, da zur Sommersonnenwende die Sonne von ihrem Fundort aus direkt hinter dem Blockberg untergeht. Das wird auch im dritten Teil "Die Stadt im Skythenmeer" im Kapitel "Durch das Burgenland" thematisiert.

Borbora

Borbora ist eine wichtige und einflussreiche Hexe. Sie lebt an der Albia und hat sich der Heilkunst an den Menschen verschrieben. Ihre Hilfsbereitschaft führt dazu, dass der eine oder andere Hilfesuchende ihr einen Gefallen schuldet. Sie besitzt seherische Fähigkeiten und hat sich der alten Weise verschrieben. Pflückebeutel berichtet ihr, dass Armin nur knapp dem Tod in der Albia entgangen ist.
Auf dem Blocksberg führt sie die Prozession an. Trotz allem hat sie ein gutes Herz und hilft Armin, wo sie kann, denn sie weiß, dass er als Träger des Drachensteins zum Bund gehört.

Franka
Frank ist die Tochter des Bauern Michel, der im Stollen des Goslarer Bergwerks verunglückt und durch Armin gerettet werden kann. Ihre Mutter verstarb, als Franka noch ein kleines Kind war.
Franka ist noch jung, verliert ihr Herz aber an Armin und wünscht sich nichts sehnlicher als Armin auf dem Hof zu halten. Sie wird seine geheime Verbündete und hilft ihm, als er gesucht wird. Sie steht der alten Weise nicht ablehnend gegenüber, sondern ist voller Bewunderung über die verborgenen Heilkräfte, was sie sich aber nicht zu zeigen traut. Voller Dankbarkeit für die geheime Heilung ihrer Großmutter Mathilde durch Ingrun, bringt sie der Heilerin einen Laib Brot und wird dabei auf dem Rückweg von Armin im Bergwald überrascht.

Geri und Freki

Sie sind die beiden Wölfe, die Odin auf seinen Wanderungen begleiten. Geri (der Gierige) und Freki (der Gefräßige) werden hin und wieder von den Mitgliedern des Bundes Isegrim und Gieremund genannt, wobei diese Fabelnamen auch allgemein für die Wölfe benutzt werden.

Wie auch Hugin und Munin, die beiden Raben, begleiten sie Odin und sind hin und wieder die stillen Boten des Allvaters. Wenn sie sich zeigen, ist der dunkle Wanderer meist nicht weit. Außerdem bezeugen sie durch ihre Anwesenheit die Besonderheit des Momentes. Geri und Freki sind es auch, die sich Armins Lager im Baum annähern, als dieser auf dem verborgenen Thingplatz im Sachsenwald nächtigt.

Sie sind meist friedlich, können aber ohne zu zögern zu einer unbändigen Gefahr werden.

Die Hartesburg
Die heutige Harzburg, Teil der Stadt Bad Harzburg, ist nur noch eine Ruine. Teile der Burg wurden wieder aufgebaut. Sie war eine alte Kaiserburg und diente als Wehrburg während der Sachsenkriege. Sie galt als uneinnehmbar.
Durch die Befriedung der Nordmark und der Sachsen im Osten verlor die Burg mehr und mehr an Bedeutung.
Dies äußert sich auch in dem aufkommenden Unmut der Burgbesatzung, die sich abgesehen vom Wachdienst in Goslar fragt, was sie auf der Burg bewachen sollen.

Ingrun

Ingrun ist eine Heilerin, die im Bergwald mit ein paar Ziegen, dem Hahn Henning und ihrem schwarzen
Kater Hinze lebt. Einst kam sie aus dem Osten und ließ sich in einer einsamen Hütte im gefürchteten und wilden Bergwald nieder.
Der Name Ingrun stammt aus dem Altgermanischen und bedeutet soviel wie „Geheimnis-Wahrerin“, wodurch sie zu einer zentralen Figur im zweiten Teil der Waldläufer-Reihe wird.
Als Heilerin hilft sie selbst Menschen, die Frauen wie sie eher als Hexen ansehen. Sie verfügt über ein großes Wissen über Heilpflanzen und Heilmethoden, die die Menschen längst vergessen haben. Auch die Zauberei ist ihr nicht fremd (siehe das Besprechen von Warzen in „Im Bergwald“).
Als Mitglied des Bundes fühlt sie sich der alten Weise verbunden. Doch sie birgt auch ein Geheimnis, dass Armin nur sehr mühsam ergründen kann. Ab und zu verschwindet sie, verschweigt aber, wohin sie geht. So wird sie eines Tages auch durch die Raben von der schwer erkrankten Mathilde benachrichtigt.
Sie hilft Armin mehrmals. In der Walpurgisnacht ist sie es, die sich zurückhält, als die Hexen den
Todeskreis um Armin schließen.
Ingrun ist aber auch eine stolze Frau. Sie verlangt Gehorsamkeit in der Unterweisung, zeigt aber
teilweise auch Güte.
Sie spricht mit den Tieren. Vor allem der Luchs Lynx ist ihr ein liebgewonnenes Tier. Sie erkennt
drohende Gefahren und erkennt auch sofort, das die Geburt des kleinen Berthold Unheil verkündet.

Moorhexe
Die Moorhexe lebt im Teufelsmoor, das zwischen Bremen und Hamburg liegt. Vor allem, wenn unkundige Wanderer sich in das Teufelsmoor verirren, sendet sie ihre Irrlichter aus. Diese schwirren dann durch das nebelverhangene Moor und verführen die ahnungslosen Wanderer, bis diese dann in die tödlichen Pfuhle gelangen und von der Moorhexe in den Tod gezogen werden. Gesehen hat sie noch niemand. Aber als unscheinbarer dunkler Schatten zieht sie dann und wann durch das Teufelsmoor und ein unheimliches Plätschern kündigt ihre Gegenwart an. Selbst Rangold ist gegen sie machtlos, allerdings ist er erfahren genug um nicht ihren Irrlichtern und tödlichen Pfuhlen zu verfallen.

Pflückebeutel

Der Febelname des Raben ist "Pflückebeutel". Pflückebeutel ist einer der Boten des dunklen Wanderers bzw. des Allvaters. Er ist nur seinem Herrn verpflichtet. Er fliegt durch das LAnd, beobachtet die Menschen und das Geschehen in der Welt und berichtet seinem Herrn, was er gesehen hat und was sich zuträgt.

Hin und wieder nutzt der Göttervater Odin seinen Boten, um Menschen und Zwergen Nachrichten zu überbringen. Manchmal gestattet er auch jenen, die ihm wohlgesonnen sind, Pflückebeutel als Boten zu benutzen.

Pflückebeutel ist ein schlauer und furchtloser Rabe. Er hegt viel Sympathie für Armin auf seinen Wanderungen. Sein eigentlicher Name ist Hugin ("der Gedanke"), und zusammen mit sienem Gefährten Munin ("die Erinnerung") ist er teilweise sogar zu zweit unterwegs.

Munin bleibt meist im Hintergrund. Er ist der stille Beobachter, bringt aber ebenfalls die Kunde der Geschehnisse zu seinem Herrn.

Rangold

Er ist ein Einsiedler und lebt im Teufelsmoor zwischen Bremen und Hammaburg. Er lebt nach der alten Weise. Die Runen sind ihm wohl vertraut und er kennt die Heilkräfte der Pflanzen. Er ist gutmütig aber nicht gutgläubig. Ab und zu verkleidet sich als Bettler und begibt sich unerkannt in die Ortschaften und Siedlungen um das Teufelsmoor herum, um in Erfahrung zu bringen, was in der Welt geschieht. Rangold kennt sich wie kein Anderer im Teufelsmoor aus, er kann die Zeichen der Natur „lesen“, erkennt Veränderungen sofort und kann mit den Tieren sprechen, was ihm allerdings auch schon einmal zum Verhängnis wurde, als er als junger Bursche versuchte, die Bewohner seines Dorfes vor der Flut zu warnen.

Sachsenwald
Der Sachsenwald ist ein altes, früher riesengroßes Waldgebiet, dass sich östlich von Hamburg erstreckt. Der Sachsenwald ist ein unheimlicher, teilweise verwunschener Wald. Es heißt, dass jeder, der sich in den Wald begibt, nicht mehr herauskommt. Tatsächlich gibt es einige magische Dinge und Gestalten. Nicht zu vergessen den alten Thingplatz an dem Armin in einem alten Baum eine Nacht verbringt.

Der Sachsenwald ist ein magischer Ort, der einem die Sinne verzaubern kann. Teilweise weiß man nicht mehr, ob man wacht oder träumt. Da sich kaum jemand in den Sachsenwald traut, ist er auch ein idealer Rückzugsort von Wegelagerern.

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© Arne Rosenow